Für die Straßenkinder in Antananarivo

MANDA ist eine madagassische NGO mit Sitz in der Hauptstadt Antananarivo, die sich seit vielen Jahren schon um die Kinder aus den Armutsvierteln der Großstadt kümmert. Sie ist aus Hilfsprojekten des deutschen Vereins Zaza Faly e.V. (Verlinkung!) enstanden, der sich bereits ab 1994 vor Ort für Straßenkinder engagierte. Seit der Gründung Mandas 1999 werden die Projekte nun in madagassischer Selbstverwaltung umgesetzt. Zaza Faly e.V. unterstützt Manda seither finanziell, organisatorisch, personell und führt jährliche Projektkontrollen durch.

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MANDA (mad. für: schützende Burg) unterhält in Antananarivo mehrere Projekte und betreut insgesamt ca. 300 Straßenkinder – Lesen Sie dazu hier (Verlinkung!) mehr. Finanziert wird die Arbeit der NGO durch Projektpat_innen, freie_n Spender_innen und Vereinsmitglieder Zaza Falys. Manda erhält keinerlei finanzielle staatliche Unterstützung. Frau Miarintsoa RAZANAKINIAINA, die von Beginn an als Lehrerin in der Sozialstation arbeitete, hat inzwischen die verantwortungsvolle Aufgabe als Leiterin der NGO Manda übernommen. Insgesamt arbeiten heute 22 madagassische Mitarbeiter_innen in dem Projekt. Unterstützt werden sie regelmäßig durch mehrere ehrenamtliche Freiwillige, die sich vor Ort engagieren.

Straßenkinder sind in Madagaskar ein nicht seltenes Phänomen. Die Insel ist eines der ärmsten Länder dieser Erde und leidet u.a. an den Spätfolgen der Kolonialzeit. Die steigende Breitenarmut, die ökonomische und ökologische Zerstörung sowie das rasante Bevölkerungswachstum begünstigen den Verfall traditioneller Strukturen – eine große Landflucht hat eingesetzt.
In den großen Städten bringt die Verelendung großer Bevölkerungsschichten viele Familien zum Zusammenbruch.

Die Zerrüttung und der Wertewandel in der Stadtfamilie führen oft zur Verwahrlosung der Kinder, welche nun Halt und Liebe bei Gleichaltrigen auf der Straße suchen.
In vielen Familien sind Kinder in besonders jungen Jahren sehr oft einziges „Kapital“ ihrer Eltern, da sie durch Betteln den Lebensunterhalt der Familie verdienen. Zunehmende Gewalt und ständiger Hunger treiben die Kinder nach anfänglichem Pendeln zwischen Familie und Straße schließlich endgültig zum Straßenleben. Sie organisieren sich zumeist in kleinen Gruppen innerhalb eines fest abgesteckten Reviers, welches hartnäckig verteidigt wird. Durch Bettelei, das Sammeln und Sortieren von Müll, kleine Diebstähle und niedrigste Lohnarbeiten versuchen die Kinder, zu überleben. Es mangelt ihnen oft an emotionalen, geistigen und seelischen Kontakten zu Erwachsenen. Der einzige soziale Halt ist die Gruppe, in welcher eine fließende Hierarchie zwischen Gewalt und Solidarität herrscht.
Die Kinder haben kaum Besitz wie z.B. eigene Kleidung und schlafen an ständig wechselnden Plätzen unter freiem Himmel. Man findet sie in Pappkartons, Erdlöchern, vor Toreinfahrten u.ä. – in den bis zu null Grad kalten Nächten, notdürftig von Folienresten bedeckt. Die Straßenkinder leiden durch die mangelnde Hygiene oft an Krankheiten wie z.B. Krätze, TBC, Malaria, Durchfall, Bronchitis sowie an Wurm- und Parasitenbefall.
Die Lebensweise, die optische Erscheinung und die Situation der Kinder werden von der Gesellschaft kaum toleriert. Sie gelten als arbeitsscheu, kriminell und verdorben, seien vor allem selbst Schuld an ihrem eigenen Schicksal. Je länger diese menschenunwürdige Lebensphase anhält, desto mehr verlieren die Kinder den Bezug zu gesellschaftlichen Normen, ihre Psyche verändert sich, die Kriminalitätsrate steigt und der Drogenkonsum nimmt zu.

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